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Winter in der Sudeniederung, Jügen Beisiegel
Heckrind in der Sudeniederung, Jügen Beisiegel
Koniks, Jügen Beisiegel

THE STORK FOUNDATION

THE STORK FOUNDATION - Störche für unsere Kinder- wurde 1991 von Klaus Oberwelland, August Storck KG Berlin, ins Leben gerufen. Zweck dieser Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin ist, das Überleben des Storches auch für künftige Generationen zu sichern und den Gedanken des Stochenschutzes auch im Sinne der Erhaltung einer artenreichen Kulturlandschaft möglichst vielen Menschen näher zu bringen.

THE STORK FOUNDATION ist seit 1994 in der Sudeniederung im Amt Neuhaus tätig. Das Amt für Landentwicklung Lüneburg hat für die Stiftung inzwischen mehr als 580 ha Flächen angekauft, die z.T. noch im Rahmen der laufenden Flurneuordnungsverfahren in das Projektgebiet getauscht werden müssen. Von 22 geplanten Bodensenken wurden schon 13 zur Biotopverbesserung angelegt. Über das Projektgebiet hinwegführende elektrische Leitungen von fast 8 km Länge wurden erdverkabelt.

Die Sudeniederung, eine alte Kulturlandschaft, soll mit Hilfe von Auerochsen (Heckrindern) und Koniks (Wildpferdetyp Tarpan) als halboffene Weidelandschaft erhalten bleiben bzw. wieder entwickelt werden. Auf offenen Flächen kann der Storch Futter finden. Daher werden die im Projektgebiet gelegenen Weiden und Wiesen von Landwirten aus den Orten Dellien, Preten und Sückau extensiv, also mit geringem Düngereintrag, genutzt.

Im Sommer 2001 kamen die ersten Auerochsen in das Projektgebiet, mitlerweile weiden hier ganzjährig 150 Auerochsen und 20 Koniks und Salerrinder.

Ziel ist die baldige Öffnung der in den 1960er Jahren errichteten Sommerdeiche, um Sude und Rögnitz einen Teil ihres natürlichen Überflutungsraumes wieder zurückzugeben. Durch die Umwandlung von Grünland in Weideland können wieder artenreiche Feuchtwiesen in einer strukturreichen Kulturlandschaft nachhaltig genutzt werden.

Weitere Informationen www.the-stork-foundation.org

 

Arten-Erfassungsprogramme

Foto: D. Grimm

Die Hauptursache des vom Menschen ausgelösten Rückgangs von Arten ist die Beeinträchtigung und die Vernichtung ihrer Lebensräume durch die zunehmende Intensivierung der Landnutzung (z.B. Landwirtschaft, Verkehr, Ansiedlung von Gewerbe, Wohnbebauung). Inzwischen haben viele Menschen jedoch erkannt, dass unsere Lebensgrundlagen nur durch den Erhalt unserer wild lebenden Pflanzen- und Tierarten sichergestellt werden können.

Artenschutz ist nicht möglich ohne möglichst genau Angaben über Vorkommen und Bestandsentwicklung der Tier- und Pflanzenarten. Diese Daten liefern die Arten-Erfassungsprogramme des Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz  - Fachbehörde für Naturschutz. (NLWKN)

Mit Hilfe der Erfassungsprogramme und in enger Zusammenarbeit mit vielen Ehrenamtlichen werden seit mehr als 25 Jahren die Populationen bzw. die Verbreitung ausgewählter, meist seltener bzw. gefährdeter Tier- und Pflanzenarten beobachtet. Die Artenerfassung bildet die fachliche Grundlage für Aussagen zu Vorkommen, Verbreitung und Gefährdung dieser Arten in Niedersachsen.

Im NLWKN sind die landesweiten Informationen und Schutzkonzepte mit den regionalen Aktivitäten der konkreten Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen vereinigt, was eine direkte Reaktion auf Gefährdungen ermöglicht. Darüber hinaus berät der NLWKN Behörden und alle Interessierten in Fragen des Artenschutzes.

weiter zum NLWKN

Eingegliedert in das NLWKN ist die staatliche Vogelschutzwarte.
Die Staatliche Vogelschutzwarte Hannover hat für Niedersachsen bereits seit 1971 eine Arbeitsgemeinschaft für die Betreuung der Weißstörche eingerichtet. Es wurden ehrenamtliche Weißstorch-Betreuer ernannt, die sich in den einzelnen Gebieten Niedersachsens für die Förderung der Weißstorch-Population einsetzen (18 Betreuungsgebiete mit jeweils 1 bis 2 Betreuern).

Staatliche Vogelschutzwarte im NLWKN

 

 

Arten - Schutzprogramm für den Weißstorch

Sudelandschaft: J. Beisiegel

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt als Lebensgrundlage des Menschen umfasst u. a. dauerhafte Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die Nutzbarkeit der Naturgüter sowie die Sicherung und Erhaltung eines vielfältigen, eigenartigen und schönen Landschaftsbildes. Neben dem Gebietsschutz und der Schaffung eines Verbundsystems ist ein abgestufter Naturschutz auf der gesamten Fläche und die Integration von Naturschutzbelangen in alle Nutzungsbereiche erforderlich. In Niedersachsen sind einige Ökosystemtypen, die landesweite, teilweise sogar internationale Bedeutung haben, besonders schutzbedürftig und dem Schutzzweck entsprechend zu entwickeln, zu pflegen und ggf. in der Nutzung zu lenken. Zur Umsetzung dieses Ziels wurden auf der Grundlage des Landschaftsprogramms die  Naturschutzprogramme entwickelt.

Das Niedersächsische Umweltministerium hat 1989 ein Programm zur Erhaltung und Schaffung von Feuchtgrünland in Lebensräumen des Weißstorchs in der Allerniederung ins Leben gerufen. Ziel des Programms ist die Förderung extensiv genutzter Feuchtwiesen mit temporären Flachwassern und Flutmulden im Überschwemmungsbereich, damit eine überlebensfähige Population entsteht, die auch verlassene Räume wieder besiedeln kann. Das Programm wurde 1995 vom Aller-Urstromtal auf das Elbetal ausgedehnt, wobei der neue Schwerpunkt des Programms im Bereich des Amtes Neuhaus liegt.

Neben den Maßnahmen

  • Biotopverbesserungen, wie z.B. Renaturierung von Gewässern,  Anlage feuchter Senken etc.

  • Beseitigung von Hindernissen und Gefahrenpunkten für den Storch,

  • Sicherung von Neststandorten

die mit Zuwendungen des Landes gefördert werden, werden vom Land insbesondere Flächenankäufe durchgeführt, um große zusammenhängende Lebensräume auf Feuchtgrünland für den Weißstorch zu schaffen.

Alte Obstbaum-Alleen - Früchte der Elbtalaue

Klaus Günther

Im Amt Neuhaus, im ehemaligen Grenzgebiet wurde ein Kulturerbe entdeckt, das als Projekt "Alte Obstbaum-Alleen – Früchte der Elbtalaue im Biosphärenreservat" weiter gepflegt wird. Pomologen und Landschaftsplaner haben  Alleen begutachtetet, Sorten bestimmt und Bäume saniert. Lücken wurden mit Neupflanzungen aufgefüllt. Dieses Projekt, das federführend von der GLL umgesetzt wurde,  ist Sieger im Wettbewerb "Beste Beispiele Landentwicklung 2000 - 2006" in der Kategorie Flurbereinigung und wurde am 16. Oktober 2006 in Berlin durch Herrn Minister Ehlen ausgezeichnet.

An elf Standorten in der Gemeinde Amt Neuhaus und in Neu Bleckede und an einem Standort am Biosphaerium Elbtalaue sind Sortenlehrpfade mit Karten und Informationstafeln ausgeschildert worden, die dem Betrachter einen Einblick in die Geschichte und Sortenvielfalt der Obstbaumalleen geben. Diese sollten die Besucher mit der Bedeutung der Obstbaumalleen und des Projektes vertraut machen. Die Vielfalt der Sorten und die Vielzahl sehenswerter Strecken ließ die Zahl der geplanten Lehrpfade ständig wachsen. 100 Altbäume mit 44 verschiedenen Sorten erhielten ein Namensschild, 270 Jungbäume mit 84 verschiedenen Sorten eine Banderole.

Entlang der Deutschen Storchenstraße werden Sie an vielen dieser Tafeln vorbeikommen. In unseren Ortsbeschreibungen machen wir Sie jeweils mit einem kleinen Apfelsymbol darauf aufmerksam. Lassen Sie sich informieren und genießen Sie den Anblick und die Früchte! Einen Überblick über die Lehrpfade können Sie sich auch mit einer Karte verschaffen.

NABU Hamburg & die Elbtalaue

Ursprünglich erstreckten sich umfangreiche Auwälder beiderseits des Elbstromes. Sie sind heutzutage jedoch durch menschliche Eingriffe wie Eindeichung und Strombaumaßnahmen bis auf wenige Reste verschwunden. Einer der letzten Auwaldreste im Elbtal ist das "Elbholz" bei Gartow. Hier begann der NABU Hamburg 1973 mit seinem Kranichschutzprogramm.

Ebenso wichtig wie der Schutz der Tiere und Pflanzen selbst ist auch der Schutz ihres Lebensraumes. Um die Gebiete vor Zugriffen und Zerstörung zu retten, gab und gibt es nur eine sichere Lösung - Flächenankauf. 1974 erwarb der NABU Hamburg mit Eigenmitteln die erste naturschutzwürdige Fläche. Bis 2006 kamen durch zusätzliche Landes- und Bundes- sowie Stiftungsmittel über 400 Hektar Grundbesitz zusammen.

Naturschutz ist harte Knochenarbeit und bedeutet nicht in jedem Falle, die Natur sich selbst zu überlassen. Gestaltung und Pflege von Lebensräumen sind Hauptaufgaben des NABU. Ein Schwerpunkt der Schutzarbeit ist der Erhalt flusstaltypischer Feuchtgebiete mit ihrer an die Hochwasserdynamik der Elbe angepassten reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt.

Zur Sicherung und Stabilisierung der Lebensräume in den Elbtalauen will der NABU auch in Zukunft neue Flächen hinzukaufen und pachten. Je dichter das Flächennetz ist, desto besser können seltene Tiere und Pflanzen überleben und neue Räume besiedeln. Artenvielfalt ist das Zauberwort für eine intakte Natur, und die ist schließlich auch Lebensraum für den Menschen.

Sudelandschaft

Jürgen Beisiegel

Von Sude und Rögnitz im Amt Neuhaus/Niedersachsen über Blücher bis vor die Tore von Boizenburg / Mecklenburg-Vorpommern soll zukünftig eine über 1000 ha große Weidelandschaft entstehen. Nach den Vorstellungen der Initiatoren werden dann in der Sudeaue und an den Zuflüssen Robustrinder und Pferde die Auenlandschaft durch ganzjährige, extensive Beweidung "offen halten" und so Lebensraum für Weißstorch, Wiesenbrüter und typische in ihrem Bestand bedrohte Tier- und Pflanzenarten sichern und schaffen!  mehr



Feuchtwiesenpflege mit Moorschnucken

Mit diesem Projekt, dessen Träger der NABU ist, wird das Ziel verfolgt, den Lebensraum der Feuchtwiesen in der Seegeniederung langfristig zu sichern und mit einer extensiven Beweidung dafür zu sorgen, dass die vom NABU angelegten Gewässer nicht verbuschen. Letzlich kommt der Erhalt von Feuchtwiesen dem Storch zugute, der hier ideale Nahrungsbedingungen vorfindet.

Schnuckenzüchter  Harald Guderian betreut die 50 Moorschnucken. Eine Beweidung erfolgt erst nach der Brutzeit der Wiesenvögel und immer nur in einer Besatzdichte, die von der Vegetation toleriert wird.

Das Projekt dient neben der Landschaftspflege gleichzeitig dem Erhalt einer alten Nutztierrasse, der "weißen hornlosen Heidschnucke", welche zu den gefährdeten Haustierrassen gehört. Diese leichte, anspruchslose und widerstandsfähige Landschafrasse ist hervorragend an nasses, unwegsames Gelände angepasst.

weitere Informationen

 

Huteschafe im Wendland

Das Huteschafprojekt des Landschaftspflegeverbandes Wendland-Elbetal e. V. ist ein Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der selten gewordenen, nährstoffarmen Offenlandschaften. Diese Lebensräume – zumeist Heiden und Magerrasen – sind das Ergebnis der früheren Bewirtschaftung durch den Menschen. In ihnen leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die bereits verschollen oder stark im Rückgang begriffen sind. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzschäferei Wendland entsteht derzeit ein Flächenverbund im Drawehn. Zurzeit werden die Naturschutzgebiete „Breeser Grund“ und die „Kellerberge“ in der Göhrde sowie die Küchenschellenheide bei Kassau durch eine Wanderherde bestehend aus Coburger Fuchsschafen gepflegt. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch das Staatliche Forstamt Göhrde, „Regionen Aktiv“ sowie die „Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen

hier geht es zur Schäferei

 

Heu aus den Elbtalauen zwischen Hitzacker und Gartow

Das Heu stammt von den Elbtalauen zwischen Hitzacker und Gartow. Ein natürliches Gefüge aus Auwald, Feuchtwiesen, Dünen und Trockenrasen hat sich hier entlang der Elbe erhalten können, denn die deutsch-deutsche Grenze verhinderte die Verkehrserschließung in west-östlicher Richtung. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Flächen mit Ihrer  besonderen Pflanzen- und Tierwelt erhalten bleiben. Das heißt auch Rücksichtnahme auf nistende Tiere beim Mähen. Wir verzichten auf Stickstoffdüngung, Gülle, Herbizide und  
sogenannte Pflanzenschutzmittel. Zudem wird das Heu frühestens Mitte Juni gemäht und absolut trocken eingefahren. Verregnetes Heu gelangt nicht zum Verkauf! Machen Sie mit  beim Schutz dieser Wiesen! Mit dem Kauf unseres Heus unterstützen Sie Pflege und Erhalt unserer Wiesen. Mehr noch! Ein fester Anteil unseres Erlöses geht als Spende an den  Naturschutzbund Deutschland zum Ankauf von weiteren Flächen. 

Andrea Scholz, De-Breede-Stieg 2, D-29456 Hitzacker, Tel: 05862-7506, Fax: 05862-959222, eMail: info(at)kleintier-heu(pkt)de, http://www.kleintier-heu.de/

Kräuterheu und Wiesenschutz

Wussten Sie, dass in den bunten Mähwiesen naturnaher Kulturlandschaften bis zu 400 Tierarten und über 40 Pflanzenarten vorkommen und dass auf den intensiv bewirtschafteten Grünlandflächen dagegen selten mehr als 10 Pflanzenarten wachsen und kaum noch Tiere Lebensraum finden? In unseren Wiesen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Veränderungen vollzogen. Entwässerung, Drainage und Flurbereinigung engten die ehemals breite Palette blütenreicher Wiesengesellschaften  und damit auch den Lebensraum des Storches ein, und eine intensive Landnutzung auf dem verbliebenen Grünland führte zu einer rapiden Artenverarmung dieser ehemals so reichhaltigen Ökosysteme.

Die Landwirte in der Dumme-Niederung haben langjährige Erfahrung in der Produktion von Pferdeheu. Sie verzichten auf Stickstoffdüngung, Gülle und Pflanzenschutzmittel. Das Kräuterheu wird außerdem erst ab Mitte Juni gemäht und absolut trocken eingefahren. Verregnetes Heu gelangt nicht zum Verkauf!

weitere Information

Europäisches Zentrum für Auenökologie

Zwischen Dömitz und Wittenberge richtet der BUND als Eigentümer der historischen Burg Lenzen unmittelbar an der Elbe zur Zeit das "Europäische Zentrum für Auen-Ökologie, Umweltbildung und Besucherinformation" ein. Dieser Treffpunkt für Naturliebhaber ist sowohl für Tages- und Seminarbesucher als auch für Natur-Urlauber gedacht. Wissenschaftler nutzen die Burg bereits heute als Stützpunkt für Forschungsprojekte in der Elbtalaue. Das Projekt wird finanziell maßgeblich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück gefördert.

www.burg-lenzen.de
www.bund-niedersachsen.de

Weißstorchschutz im Dichtezentrum Elbe

Sude bei Preten, Foto: D. Grimm

An der mittleren Elbe leben mehr als 500 Brutpaare des Weißstorchs. Damit besteht die höchste Storchendichte in Deutschland. Rund 30 Paare sind es auf 100 Quadratkilometern. Doch trotzdem ist es notwendig die Nahrungsbasis für die Großvögel zu verbessern. Stärker als bisher können dann von hier aus ehemalige Brutareale in anderen Teilen des Landes besiedelt werden. Ein gemeinsames bundesübergreifendes Projekt der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg und der DUH zielt deshalb darauf ab, die Nahrungsbasis dort zu verbessern, wo heute die Wachstumskerne für den bundesdeutschen Storchenbestand liegen. In dem Projekt werden erstmals die spezifischen Gegebenheiten der ostdeutschen Land- und Wasserwirtschaft berücksichtigt und genutzt. Kennzeichnend für die Grünlandnutzung in der DDR war nämlich ein ausgeklügeltes Grabensystem unter Einsatz vielvältiger Anstauungsmöglichkeiten. Dieses dezentrale System ist noch weitflächig vorhanden. Es könnte in idealer Weise durch eine entsprechende Stauhaltung und Abkopplung einzelner Gewässerläufe bessere Laichplätze für Amphibien schaffen.

Projekt Lebendige Elbe bei der Deutschen Umwelthilfe